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Die Verwendung von Issues in Jira Software

Anleitung zur Arbeit mit Vorgängen in Jira Software 

Max Rehkopf Max Rehkopf
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Tutorial zu Jira-Issues

In diesem Tutorial erklären wir dir, wie du in Jira Software mit Vorgängen arbeitest. Die Teamrituale, die außerhalb von Jira Software stattfinden, z. B. Sprint-Planungsmeetings, Retrospektiven und tägliche Stand-ups, werden hier nicht angesprochen. Du findest jedoch unter So geht Scrum mit Jira Software Details zu diesen Themen.

Lesedauer:

10 Minuten.

 

Zielpublikum:

Jira Software ist noch neu für dich, und du weißt nicht so recht, was du damit anfangen sollst.

 

Voraussetzungen:

  • Du hast ein Jira Software-Konto erstellt.
  • Du hast ein Jira Software-Projekt erstellt.

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Was ist ein Issue?

Teams nutzen Vorgänge in Jira zum Verfolgen einzelner Aufgabenteile, die fertiggestellt werden müssen. Je nachdem, wie dein Team Jira nutzt, kann ein Vorgang beispielsweise eine Projektaufgabe, ein Helpdesk-Ticket oder auch ein Urlaubsantrag sein. Üblicherweise stehen Vorgänge in Jira Software für Dinge wie große Features, Benutzeranforderungen und Software-Bugs.

Erstellen eines Issues

Du hast verschiedene Möglichkeiten zum Erstellen eines Vorgangs:

Überall in Jira über das Hauptmenü

From the global menu, anywhere in Jira

Im Backlog

On the backlog

Auf deinem Board (nur Agility Boards in der Cloud)

On your board (agility boards only)

Optional: Erstellen von Unteraufgaben

Vorgänge können auch über Unteraufgaben verfügen, die separat zugewiesen und verfolgt werden. Aus den folgenden Gründen könnte das Erstellen von Unteraufgaben für dich infrage kommen:

  • Zum Unterteilen eines Vorgangs in noch kleinere Elemente
  • Zum Zuweisen verschiedener Aspekte eines Vorgangs zu unterschiedlichen Personen
  • Zum Erstellen einer To-do-Liste für einen Vorgang

So erstellst du eine Unteraufgabe:

  1. Navigiere zu einem Vorgang, und wähle More ( ••• ) > Create Sub-Task (Mehr > Unteraufgabe erstellen) aus.
  2. Gib die erforderlichen Informationen ein, und klicke dann auf Create (Erstellen).
Schätzen deiner Issues (nur in Scrum)

Das Schätzen der Vorgänge in deinem Backlog hilft dir bei der Prognose, wie lange es bis zur Auslieferung bestimmter Aufgabenteile im Backlog dauern wird. 

 

Warum solltest du Vorgänge schätzen? Bei der Schätzung geht es um die Velocity. Das Hauptziel beim Schätzen von Backlog-Elementen ist eine Prognose der Dauer bis zur Auslieferung dieser Elemente.

 

In herkömmlichen Entwicklerteams schätzen die Manager die Elemente in Arbeitsstunden. Sie können dann die Stunden im Backlog zusammenzählen und sie durch die Anzahl der Teammitglieder und Wochenstunden teilen, um einen voraussichtlichen Liefertermin zu errechnen. Diese Schätzungen erweisen sich natürlich oft als äußerst ungenau, da die Schätzungsgewohnheiten des Teams (Neigung zur Über-/Unterschätzung), unerwartete Unterbrechungen oder die Entwicklung der Team-Performance im Laufe der Zeit nicht berücksichtigt werden.

 

Deshalb streben die meisten Teams in der Scrum-Welt keine genauen Schätzungen an, sondern bemühen sich um eine zuverlässige Velocity. Velocity ist das Maß der Anzahl von Schätzungseinheiten, die ein Team von Sprint zu Sprint abschließt. Nach den ersten paar Sprints erzielen die meisten Teams eine halbwegs konstante Velocity. Mithilfe der Velocity und der Schätzungen von Backlog-Vorgängen können die Teams prognostizieren, wie viel Zeit bestimmte Teile des Backlogs zur Fertigstellung erfordern.

 

Wenn ein Team beispielsweise in jedem Sprint über eine Arbeitsstundenkapazität von 120 Stunden verfügt, die Velocity aber 60 Stunden beträgt, kann immer noch anhand dieser Velocity die Anzahl der Sprints geschätzt werden, die zum Abschluss von Backlog-Elementen erforderlich sind. In diesem Fall wird man sich vielleicht fragen, wo die übrigen 60 Stunden verloren gegangen sind, und die Vermutung drängt sich auf, dass es Probleme mit der Teamproduktivität gibt. Dies ist jedoch meistens nicht der Grund für eine solche Differenz: Die Schätzungen eines Teams geben nur wieder, was das Team denkt, wie viel Arbeit in den Elementen steckt. Deshalb werden die Schätzungen immer von bestimmten Teamtendenzen (z. B. Über-/Unterschätzung) und dem Organisationsaufwand beeinflusst. Aus planerischer Perspektive zählt nur die Velocity.

 

Die meisten Teams schätzen anhand von Story Points. Story Points messen die Komplexität eines Vorgangs im Vergleich zu anderen. Das ist sinnvoll, da hierdurch hauptsächlich die folgenden Fragen beantwortet werden: "Wie viele Aufgaben können wir realistischerweise in diesem Sprint abschließen?" und "Wie lange wird es bis zur Auslieferung dieses Backlog-Teils dauern?". Eine Schätzung in Story Points kann dir diese Fragen beantworten, ohne dass Unsicherheit im Team entsteht, wie dies bei einer Bitte um eine Stundenangabe oft der Fall ist.

 

Weitere Informationen zum Verfolgen von Schätzungen und Velocity erhältst du in unserem Burndown-Tutorial.

So gibst du eine Schätzung für einen Vorgang ein:

  1. Wähle in deinem Scrum-Projekt entweder auf deinem Board oder im Backlog einen Vorgang aus.
  2. Klicke in den Vorgangsdetails auf das Feld Estimate (Schätzen).
  3. Gib eine Schätzung ein. 

Kann ich eine eingegebene Schätzung nachträglich ändern? In aller Kürze: Ja, kannst du. Aber wenn du die Schätzung nach Beginn eines Sprints änderst, wird dies im Burndown-Chart als Umfangsänderung angezeigt.

Falls dir das Schätzen von Vorgängen schwerfällt: Das ist völlig normal! In unserer Anleitung für Schätzungen findest du Tipps und Tricks zur korrekten Schätzung deiner Vorgänge.

Anordnen deiner Issues nach Priorität

Wenn du deine Vorgänge nach Priorität anordnest, sieht dein Team jederzeit, welche Vorgänge als Nächstes zu bearbeiten sind. Du kannst deine Vorgänge in deinem Backlog oder Board ordnen. Klicke hierzu auf einen Vorgang, und ziehe ihn an die gewünschte Stelle. Im Folgenden haben wir zwei Beispiele für dich, wann dies an welcher Stelle gemacht wird:

  • In einem Scrum-Projekt ordnest du bei der Planung des nächsten Sprints die Vorgänge in deinem Backlog und kannst dann die ersten zehn (oder wie viele auch immer dein Team erledigen kann) dem Sprint zuordnen. 

  • In einem Kanban oder Agility-Projekt kannst du die Vorgänge in der Spalte Zu erledigen ordnen. Die Teammitglieder nehmen sich dann einen Vorgang vom oberen Ende der Liste vor, wenn sie Arbeit brauchen. Bei dieser Vorgehensweise muss die Spalte Zu erledigen ständig aufmerksam beobachtet werden, weil sich Prioritäten ändern können.

Hinweis: Du musst über die Zugriffsrechte für die Zeitplanung von Vorgängen und das Bearbeiten von Vorgängen verfügen, um einen Vorgang auf dem Board nach oben oder unten zu verschieben.

Beflaggen von Issues

Wenn du mit einem Kanban Board oder Agility Board arbeitest, hast du die Möglichkeit, einen Vorgang mit einer roten Flagge zu versehen. Auf einem Agility Board sieht ein beflaggter Vorgang ungefähr so aus:

Die Kennzeichnung von Vorgängen mit einer Flagge fördert die Zusammenarbeit und Kommunikation im Team. Hier ein paar Beispiele:

  1. Du arbeitest an einer Aufgabe, stellst aber fest, dass deine Kapazitäten nicht ausreichen, um sie abzuschließen. Wenn du nun diesen Vorgang mit einer Flagge kennzeichnest, kann ein Teammitglied mit freien Kapazitäten einspringen und dir helfen.

  2. Ein Vorgang, an dem du arbeitest, stößt auf einen Blocker. Du kannst diesen Vorgang mit einer Flagge kennzeichnen, in einem Kommentar eine Erklärung angeben und mit der nächsten Aufgabe weitermachen. Jeder, der auf das Board schaut, sieht die Flagge und erfährt beim Öffnen des Vorgangs sofort, welches Problem besteht.

So beflaggst du einen Vorgang:

  1. Navigiere zu deinem Kanban- oder Agility-Board.

  2. Klicke mit der rechten Maustaste auf einen Vorgang.

  3. Klicke auf Add flag (Flagge hinzufügen).

Weiterleiten von Issues

Durch Übergänge wird bei Vorgängen der Fortschritt in deinem Workflow widergespiegelt. Ziehe den Vorgang dazu einfach von einer Spalte in die nächste.

Solltest du nicht in der Lage sein, einen Vorgang in eine andere Spalte zu ziehen, ist es möglich, dass der Workflow für dein Projekt dich hieran hindert. Das Besondere an Jira ist schließlich, dass die Administratoren die Möglichkeit haben, bestimmte Regeln für den Projekt-Workflow festzulegen. Sie können beispielsweise einen QS-Schritt für einen Bug erzwingen oder nicht zulassen, dass Storys direkt von der Spalte "Zu erledigen" nach "Erledigt" verschoben werden. Weitere Informationen findest du in unserer Workflow-Dokumentation.

Filtern von Issues

Mit einem Vorgangsfilter kannst du Vorgänge ausblenden, die du nicht sehen möchtest, und dich so auf die für dich wichtigen Vorgänge konzentrieren. Jira Software verfügt über eine Schnellsuche, über die du die Vorgänge auf deinem Board filtern kannst. So sieht dies auf einem Scrum/Kanban Board aus:

  1. Suchfeld: Nur die Vorgänge, die den Suchbegriff enthalten, werden angezeigt. Die übrigen Vorgänge werden ausgeblendet.

  2. Menü der Schnellsuche: Die Standardeinstellungen ermöglichen das Filtern nach dir zugewiesenen oder nach kürzlich aktualisierten Vorgängen. Wenn du weitere Filzer für die Schnellsuche erstellt hast, werden diese hier ebenfalls angezeigt.

  3. Auswahl der zugewiesenen Person: Es werden nur die Vorgänge angezeigt, die den ausgewählten Personen zugewiesen sind.

So erstellst du deine eigenen Filter für die Schnellsuche (Scrum/Kanban Boards):

  1. Navigiere zum Board, und wähle more (Ellipses button) > Board settings (Mehr > Board-Einstellungen) aus.
  2. Klicke auf die Registerkarte Quick Filters (Schnellsuche).
  3. Gib einen Namen, eine JQL-Anfrage und eine Beschreibung für den Filter ein. Weitere Informationen zu JQL findest du in unserer Dokumentation zur erweiterten Suche.

  4. Klicke auf Add (Hinzufügen).

 

Möchtest du mehr erfahren?

Ausführlichere Informationen zur Arbeit mit Vorgängen in Jira Software findest du in unserer Dokumentation zu Vorgängen.

Hast du Fragen? Die Atlassian Community beantwortet sie dir gerne