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Brainstorming: Definition, Grundregeln und Techniken

Entwickle deine besten Ideen

Figuren bei der Zusammenarbeit

Was ist Brainstorming?

Es kommt häufig vor, dass du dir ein paar kreative Ideen einfallen lassen musst. Vielleicht versuchst du, eine Lösung für ein komplexes Problem zu finden, oder du sammelst Ideen für das nächste große Projekt deines Teams.

So oder so spürst du den Druck, deine Innovationen aufzupeppen und einige brillante Vorschläge zu liefern.

Was passiert dann? Du könntest zum Beispiel eine Brainstorming-Sitzung veranstalten, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen.

Bevor wir uns mit den Details eines effektiven Brainstormings beschäftigen, sollten wir aber etwas Abstand nehmen und definieren, was Brainstorming eigentlich ist. Merriam-Webster beschreibt Brainstorming als "intensives Nachdenken über Ideen durch eine oder mehrere Personen, um eine Lösung für ein Problem zu entwickeln oder zu finden".

Klingt bekannt, oder? Du kannst natürlich allein brainstormen, die Technik wird jedoch häufig in der Gruppe angewendet, um Ideen frei auszutauschen und diese weiterzuführen.

Brainstorming ist in der modernen Arbeitswelt weit verbreitet (du hast wahrscheinlich selbst schon an etlichen Sitzungen teilgenommen), hat jedoch bereits eine lange Geschichte.

Im Jahr 1948 stellte der Werbefachmann Alex F. Osborn in seinem Buch "Your Creative Power" diese Methode erstmals vor. Als Besitzer einer eigenen Werbeagentur suchte er nach Möglichkeiten, seinen Mitarbeitern bessere Ideen zu entlocken, was er als "sich etwas ausdenken" bezeichnete. Vor diesem Hintergrund legte er einige Prinzipien und Merkmale des Brainstormings fest, auf die wir später näher eingehen werden.

Seitdem hat das Brainstorming an Fahrt gewonnen und ist zu einer gängigen Technik geworden, mit der Unternehmen kreative Lösungen für eine Vielzahl von Problemen entwickeln.

Die Bedeutung des Brainstormings

Die Technik ist sicherlich nicht unfehlbar oder frei von Fallstricken, es gibt aber einen Grund, warum sie in der modernen Arbeitswelt so beliebt wurde: Sie ist effektiv und bringt zahlreiche Vorteile.

Im Folgenden sind nur einige der vielen Vorteile des Brainstormings aufgeführt, von denen Teams profitieren können.

Sprießende Pflanze

Brainstorming fördert kreativeres Denken.

Der erste Vorteil liegt auf der Hand: Beim Brainstorming muss eine Einzelperson oder ein Team kreativer denken und über den Tellerrand hinausschauen, woraus bessere Ideen und Vorschläge entstehen können. Wusstest du zum Beispiel, dass die Idee für Amazon Echo Berichten zufolge aus einer Brainstorming-Strategie entstanden ist?

Da Brainstorming oft in einer Gruppe durchgeführt wird, sind wir gezwungen, uns von unseren eigenen Vorurteilen zu befreien und andere Ansichten und Beiträge zu berücksichtigen, ohne vorab Kritik zu üben.

Darüber hinaus bringen uns produktive Brainstorming-Übungen dazu, nicht nur andere Ideen in Betracht zu ziehen, sondern auch diese weiterzuführen, was zu einem noch besseren Endergebnis führt.

Brainstorming unterstützt die Teamarbeit und den Zusammenhalt in der Gruppe.

Diese intensive Zusammenarbeit bringt aber mehr als nur bessere Ideen hervor, sie kann auch das Teamwork als Ganzes verbessern. Es gibt zahlreiche Forschungsarbeiten, die diese Aussage stützen.

"Gruppen, die sich sowohl auf die Quantität der Ideen als auch die Ausarbeitung von Ideen anderer konzentrieren, erhöhen den Teamzusammenhalt erheblich", so David Henningsen, Professor und Forscher der Northern Illinois University, der an der Leitung einer Studie über das Brainstorming beteiligt war.

"Brainstorming ist ein gutes Mittel, um die Zustimmung des Teams für einen Aktionsplan zu erlangen und diesen zu implementieren. Die Technik fördert aber auch den Zusammenhalt, was wiederum die Mitarbeiterfluktuation reduzieren und das Engagement von Mitarbeitern erhöhen kann."

Brainstorming gibt jedem die Chance, etwas beizutragen.

Forschungsergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der Fachkräfte bei der Arbeit gegenüber Kollegen oder Managern nicht ihre Meinung äußert. Das ist ein weiterer Vorteil des Brainstormings: Es gewährt allen die Chance, sich am kreativen Prozess und an der Entscheidungsfindung zu beteiligen.

Eine gut strukturierte Brainstorming-Sitzung lässt auch introvertiertere Teammitglieder zu Wort kommen, die sich andernfalls mit eigenen Ideen zurückhalten würden.

Brainstorming-Tools und -Diskussionen sind besonders effektiv, wenn alle Beteiligten unbefangen an das Gespräch herangehen. Informiere dich noch eingehender über das Thema der offenen Zusammenarbeit und erfahre, wie Atlassian dabei vorgeht.

So funktioniert Brainstorming: Typen, Grundregeln und Techniken

Klemmbrett mit Liste

Richtig umgesetzt, bietet Brainstorming unzählige Vorteile. Das wirft allerdings die Frage auf: Wie machst du es richtig?

Bei der Durchführung einer erfolgreichen Brainstorming-Sitzung musst du ein wenig strategisch vorgehen. Mithilfe der folgenden Informationen wird es dir gelingen, deinen Teammitgliedern die besten Ideen zu entlocken.

Grundregeln des Brainstormings

Um sicherzustellen, dass das Brainstorming mit deinem Team ein Erfolg wird, solltest du einige Grundregeln festlegen, was während dieser Sitzung erlaubt ist und was nicht. Glücklicherweise hat Osborn viele davon schon festgehalten, als er das Konzept entwickelte. Als Osborn Brainstorming in seiner eigenen Werbeagentur umsetzte, galten die folgenden Grundprinzipien:

Regel Nr. 1: Entwickle während der Sitzung so viele Ideen wie möglich.

Vielen von uns mag es zwar nicht logisch erscheinen, aber beim Brainstorming ist Quantität wichtiger als Qualität. Wenn es darauf ankommt, möglichst viele Ideen zu sammeln, sind Mitarbeiter eher bereit, ihre Ideen preiszugeben, anstatt sie als irrelevant oder übertrieben abzutun.

Regel Nr. 2: Das Kritisieren von Ideen ist nicht erlaubt.

Dieses Konzept wird manchmal als Nichtevaluation bezeichnet (es ist auch ein Schlüsselkonzept der offenen Denkweise bei Atlassian). Beim Brainstorming geht es nicht darum, Ideen sofort zu kritisieren, sondern darum, Ideen zu generieren. Da es keine sofortigen Rückmeldungen gibt, haben Mitarbeiter weniger Hemmungen, Ideen zu äußern, weil sie keine Missbilligung oder Ablehnung fürchten müssen.

Regel Nr. 3: Wilde und gewagte Ideen sind willkommen.

Während einer Brainstorming-Sitzung möchtest du, dass die Teilnehmer nicht kleckern, sondern klotzen. Genau deshalb gibt es dieses Prinzip ja (man nennt es auch "Freewheeling"). Es fördert kreativeres Denken, weil die Mitarbeiter wissen, dass es ihnen nicht nur erlaubt ist, um mehrere Ecken zu decken, sondern sie werden sogar dazu ermutigt.

Regel Nr. 4: Mitarbeiter werden ermutigt, auf Ideen anderer aufzubauen.

Schließlich gibt es noch das Konzept des "Piggybacking". Teilnehmer an Brainstorming-Sitzungen dürfen zwar keine Kritik üben, aber gern die Beiträge anderer weiter ausführen. Dies schafft eine kollaborativere Arbeitsatmosphäre, in der gute Ideen noch besser Fuß fassen können.

Diese Grundregeln sind ein guter Anfang, wir haben aber noch ein paar weitere Tipps, die du für die Strukturierung deiner Brainstorming-Sitzung beachten solltest.

Achte zunächst genau darauf, wen du in das Gespräch einbeziehst. So kannst du sicherstellen, dass du eine heterogene Gruppe an Teilnehmern hast. Untersuchungen haben regelmäßig gezeigt, dass Vielfalt die Kreativität und Innovationen fördert. Daher kannst du die Chancen auf vielfältige (und letztendlich bessere) Ideen verbessern, indem du möglichst viele unterschiedliche Teilnehmer zu Wort kommen lässt.

Du kannst auch versuchen, deine Brainstorming-Sitzungen an einem anderen Ort abzuhalten. Das könnte ein Picknicktisch im Freien oder dein Lieblingscafé an der Ecke sein. Im Grunde genommen solltest du aus der Routine ausbrechen und den Konferenzraum im Büro meiden.

Durch diese Neuerung wird die neuronale Plastizität des Gehirns verbessert und die Fähigkeit geschult, auf neue Art zu denken. Kurz gesagt, könnte ein kleiner Tapetenwechsel zu noch größeren und besseren Ideen führen. Abgesehen davon könnten wir doch alle eine Pause vom Büro vertragen, oder?

Brainstorming-Techniken

Du hast eine Brainstorming-Sitzung geplant und organisiert. Und was nun? Dein Team starrt dich jetzt mit offenem Mund an. Wie bringst du das Gespräch in Gang?

Nachstehend findest du einige der vielen verschiedenen Taktiken, mit deren Hilfe Teams ihre Brainstorming-Diskussionen deutlich produktiver gestalten können:

  • Brainwriting: Mit dieser Technik tauschen Teammitglieder Ideen aus, indem sie diese unabhängig voneinander aufschreiben, anstatt sie herauszurufen. Diese Technik ist besonders hilfreich, wenn du einige Introvertierte in deinem Team hast.
  • Mit einer peinlichen Geschichte anfangen: Wenn man ein Gespräch mit einer möglicherweise peinlichen Geschichte startet, macht dies alle Teilnehmer augenblicklich verletzlicher und empfänglicher. Das fördert die Bereitschaft, Ideen auszutauschen.
  • Ideen reifen lassen: Auch wenn die Begeisterung groß ist, solltest du nicht sofort mit der Umsetzung einer Idee beginnen. Untersuchungen zeigen, dass du einer Idee mehr Nachdruck verleihen kannst, selbst wenn du nur eine kurze Pause einlegst.
  • Figuring Storming: Bei dieser Taktik versetzt du dich in die Lage einer anderen Person und denkst darüber nach, wie sie die Situation handhaben würde. Sie kann effektiv sein, weil sie uns dazu auffordert, uns von unseren eigenen Neigungen und Wahrnehmungen zu lösen.

Lasse deine Kreativität spielen

Brainstorming kann ein wirksames Mittel sein, das allerdings mehr umfasst, als dein Team in einem Raum zu versammeln und es um seinen Input zu bitten. Es erfordert ein grundlegendes Verständnis, damit du eine Strategie erstellen kannst.

Wenn du also das nächste Mal herausfinden willst, wie du Geschäftsideen brainstormen kannst, nimm einfach diese Übersicht zur Hand. Sie wird dir helfen, die Grundlage für erfolgreiche Brainstorming-Sitzungen zu schaffen, damit du aus deinem Team die besten Ideen herausholen kannst.

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